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BUND kritisiert lasche EU-Mindestkriterien für Masthühner

Richtlinie droht tierschutzwidrige Praxis zu legitimieren

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte den Beschluss der EU-Agrarminister zur Richtlinie des Rates über Mindestvorschriften für die Haltung von Masthühnern.

„Mit Tierschutz hat die Richtlinie nichts zu tun. Markenzeichen für den neuen „EU-Tierschutzstandard“ sind die bekannten Bilder von dicht gedrängt sitzenden Tieren mit krankhaften Schwellungen und Körperstellungen. Verbraucherminister Seehofer hat als Ratspräsident eine Richtlinie zu verantworten, die schlechter ist als die gängige tierschutzwidrige Praxis in DeutschlandsMastfabriken“ sagte Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin. Sollte damit auch noch geworben werden, liege der Verdacht der Verbrauchertäuschung nahe.

Der BUND begrüßte grundsätzlich, dass für Masthühner Haltungsregeln verfasst würden. Die Agrarminister hätten allerdings eine rein politische Entscheidung getroffen und wissenschaftliche Erkenntnisse zur Tiergerechtheit ignoriert. So hätte ein Gutachten der EU-Kommission ergeben, dass eine Haltung ab 20 Tieren oder 30 Kilogramm Tierkörpermasse je Quadratmeter aufwärts mit Tierschutz nicht vereinbar sei. Die Gutachter hatten empfohlen, nicht mehr Tiere als 17 Tiere oder 25 Kilogramm je Quadratmeter zu erlauben. „Die neue EU-Richtlinie erlaubt bis zu 28 Masthühner mit einem Gesamtgewicht von 42 Kilogramm Körpermasse auf einem einzigen Quadratmeter Stallfläche“, kritisierte Benning In Deutschland gelte in der Praxis ein freiwilliger Eckwert von 35 Kilogramm je Quadratmeter. Laut Tierschutzbericht von 2007 plane die Bundesregierung Gespräche zur Weiterentwicklung der Eckwerte. „Seehofer darf jetzt nicht auch noch den Tierschutz in Deutschland demontieren. Wer jetzt die 1:1-Umsetzung der EU-Richtlinie fordert, fordert verschärften Platzmangel und verschärfte Tierquälerei.“

Der BUND forderte: „Seehofer muss den Verbrauchern Wahlfreiheit geben und eine verbindliche, differenzierte Kennzeichnung der Haltungsbedingungen auf tierischen Lebensmitteln durchsetzen. Der Eierstempel zeigt: ist die Kennzeichnung erst Pflicht, bewegt sich die Nachfrage aktuell zu 60 Prozent in Richtung Tierschutz. Das Käfig-Ei mit der 3 wird immer öfter aus dem Angebot verbannt. Fleisch von EU-Masthühnern aus Quetschhaltung könnte bald folgen. 2006 sank der Verbrauch an Geflügelfleisch in Deutschland bereits um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.“

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