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Informationen zur Massentierhaltung

Schweineproduktion in industriellen Schweinemastanlagen

Mecklenburg-Vorpommern hat mit 0,5 Schweinen je ha Landwirtschaftlicher Fläche bundesweit einen der geringsten Tierbesätze. Die Schweinebestände nehmen seit 1995 wieder zu und betrugen 246.500 Mastschweine im Jahre 2003. Etwa 98% der Schweine werden konventionell in nur 162 Betrieben gehalten mit durchschnittlich 3.730 Schweinen je Betrieb.

Seit fünf Jahren wurden in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 27 industrielle Schweinemastanlagen geplant, genehmigt oder gebaut, in denen zwischen 1.300 und 15.000 Schweine je Anlage produziert werden sollen.

Die drei wichtigsten Schweinehaltungssysteme im Land sind die konventionelle Schweineproduktion, die ökologische Schweinehaltung und die artgerechte Schweinehaltung bei NEULAND mit jeweils sehr unterschiedlichen Anforderungen an die Haltungsbedingungen, die Fütterung und die Betreuung der Tiere.

Tote Schweine, Medow 2006Fragwürdige Umgang mit toten Schweinen, Medow 2006


Die konventionelle Schweineproduktion in industriellen Schweinemastanlagen, gekennzeichnet durch zu enge, einstreulose und ganzjährige Stallhaltung zu vieler Schweine auf Spaltenböden ist aus Sicht des Tierschutzes nicht artgerecht und abzulehnen.

Die Haltung von Schweinen ganzjährig in Ställen, die dem Bewegungsbedürfnis der Schweine widerspricht, bei fehlenden Auslaufmöglichkeiten ist nicht artgerecht.

Das Stallklima in den industriellen Schweinemastanlagen mit vollautomatischer Be- und Entlüftung sowie die sich dadurch ergebende verminderte Luftqualität in der Anlage entspricht keiner artgerechten Unterbringung von Schweinen.

Die enge Haltung zu vieler Schweine in den klimatisierten Schweinemastanlagen führt zu dauerhaften Schmerzen, Leiden und Verhaltensstörungen bei den Tieren. Aggressionen, sozialer Stress und sog. Faktorenkrankheiten nehmen zu.

Jede Form von Spaltenböden ist aus Tierschutzgründen als unzulässig abzulehnen, denn Voll- und Teilspaltenböden verursachen Schmerzen, Leiden und Verletzungen bei den Schweinen.

Die Haltung von Schweinen ohne Einstreu ist unzulässig, weil dadurch deren natürliches Erkundungsverhalten, v.a. das Wühlverhalten verhindert wird.

Industrielle Schweinemastanlagen gefährden die Umwelt durch Emissionen von Schadgasen aus dem Stall, bei der Lagerung und Ausbringung der Gülle und durch die Gülle selbst. Die anfallende Gülle und deren Ammoniakemissionen können zu Beeinträchtigung von Schutzgebieten, Biotopen, sowie diversen Tier- und Pflanzenarten führen und durch die Geruchsbelästigung die Lebensqualität der betroffenen Anwohner verschlechtern.

Betriebswirtschaftlich ist die konventionelle Schweineproduktion nur bei großen Bestandesgrößen in industriellen Schweinemastanlagen rentabel. Die Wirtschaftlichkeit wird durch einen sehr hohen technischen und apparativen Aufwand in der Haltung, der Fütterung und der Betreuung erreicht und auf Kosten nicht artgerechter Haltungsbedingungen für die Schweine.

Die gesellschaftliche Akzeptanz industrieller Schweinemastanlagen ist auch in Mecklenburg-Vorpommern gering. Den betroffenen Anwohnern geht es nicht um eine generelle Verhinderung von Schweinehaltung auf dem Land, sondern um die Verhinderung industrieller Haltungsbedingungen und möglicher Gefährdungen durch die Dimension dieser Anlagen.

Konventionell produziertes Schweinefleisch ist nicht so geschmackvoll wie artgerecht erzeugtes Schweinefleisch, ernährungsphysiologisch bedenklich und gesundheitlich gefährdend.

Die bundesweite Förderung von Biogasanlagen zur Verwertung der anfallenden Schweine- und Rindergülle ist zu überdenken, da damit die nicht artgerechten Haltungsbedingungen, insbesondere die Spaltenböden, legitimiert und konserviert werden.

Der Ausbau von industriellen Schweinemastanlagen ist der falsche Weg, die Schweinehaltung im Land zu erweitern, darum fordert der BUND: Kein weiterer Ausbau industrieller Schweinemastanlagen.

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